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Im soeben erschienenen Novemberheft (VIII. Band, Heft 7/8) der von Hans Vaihinger, Joseph Petzoldt und Raymund Schmidt herausgegebenen (von dem Letztgenannten vortrefflich redigierten) „Annalen für Philosophie und philosophische Kritik” (welche Zeitschrift besonders auch jenen Psychoanalytikern empfohlen sei, deren Tätigkeitsgebiet abseits der Philosophie liegt, die über die philosophische Forschung der Gegenwart dennoch richtig und fortlaufend unterrichtet werden möchten) veröffentlicht Dr. phil. et med. Alexander Herzberg (Berlin) eine Studie über „Das Stabilitätsprinzip in der modernen Psychologie”. Er geht darin aus von der Tendenz des anorganischen Geschehens zu Ruhelagen und zwar zu solchen, die von sich aus keine weiteren Veränderungen mehr veranlassen. Und stellt dann die Frage: Zeigen auch die Lebensvorgänge eine solche Richtung auf stabile Endlagen? Von vornherein ist zunächst zu antworten, daß stabile Zustände im Reiche des Lebendigen nicht vorkommen können. Aber wenn auch die Stoffteilchen wechseln, so können doch die Eigenschaften des aus ihnen bestehenden Systems konstant bleiben. Solche stationäre Zustände kann man überall als Effekte des organischen Geschehens feststellen. Solche Dauerzustände werden nicht immer erreicht; vielmehr tritt dieser Effekt nur beim Fehlen äußerer Störungen ein, d. h. wenn das System entweder äußeren Einwirkungen ganz entzogen ist, oder diese konstant sind oder durch Regulationen von Seiten des Systems ausgeglichen werden. Diese Erkenntnis wäre präzis als „das Prinzip der Tendenz zu stationären Zuständen” zu bezeichnen, Herzberg zieht es aber vor, kürzehalber in Anschluß an Gustav Theodor Fechners „Prinzip der Tendenz zur Stabilität” von einem Stabilitätsprinzip zu sprechen. Es wird von Petzold folgendermaßen formuliert: „Jedes sich selbst überlassene, in Entwicklung begriffene System mündet schließlich in einen mehr oder weniger vollkommenen Dauerzustand aus oder doch in einen Zustand, der in sich selbst entweder überhaupt