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„Gesunde Nerven” heißt eine äußerst sehenswerte Ausstellung, die das Berliner Bezirksamt Kreuzberg im „Gesundheitshaus Kreuzberg” am Urban jetzt eröffnet. Wie aus einem anregenden Berichte von Dr. Robert Fließ in der „Vossischen Zeitung” zu entnehmen ist, ist diese Ausstellung das nachgelassene Werk des so früh verstorbenen Stadtoberschulrates Dr. Ernst Joel. ( „Der hat hier mit seinem verzehrenden Temperamente Visionen gestaltet, deren Inhalt zuvor aus großem Herzen erlebt war.”) Vom psychoanalytischen Standpunkt enthält diese Ausstellung viel Beachtenswertes, insbesondere auch die Erziehung Betreffendes. (Einen Bericht über diese Ausstellung vom pädagogischen Gesichtspunkt aus der Feder von Nelly Wolftheim veröffentlicht gleichzeitig die „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik”.)
Dem Besucher wird es auffallen, daß neben vielen Demonstrationsobjekten dieser Ausstellung Tafeln in großer Schrift mit Zitaten aus Freud beigegeben sind. Drei dieser Freud-Zitate lauten:
„Irgend einmal wird das Gewissen der Gesellschaft erwachen und sie mahnen, daß der Arme ein ebensolches Anrecht auf seelische Hilfeleistung hat, wie bereits jetzt auf lebensrettende chirurgische, und daß die Neurosen die Volksgesundheit nicht minder bedrohen, als die Tuberkulose und ebensowenig wie diese der ohnmächtigen Fürsorge des Einzelnen aus dem Volke überlassen werden können.” (Freud, Ges. Schriften, Bd. VI.)
„Ich glaube nicht, daß nur ein einziger Grund vorliegt, um Kindern die Aufklärung, nach der ihre Wißbegierde verlangt, zu verweigern.” (Freud, Ges. Schriften, Bd. V.)