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Der bekannte Berliner Rechtsanwalt und strafrechtswissenschaftliche Autor Dr. Max Alsberg veröffentlicht in der „Juristischen Wochenschrift” vom 28. September 1929 eine Besprechung der Broschüre „Der Fall Lefebvre” von Marie Bonaparte (Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien 1929). Er hebt hervor, daß der Mord der Madame Lefebvre an ihrer schwangeren Schwiegertochter, „da in ihm die unbewußten Motive für die Allgemeinheit recht klar und deutlich zu analysieren sind, von besonderem Interesse für psychologisch interessierte Strafwissenschaftler ist.” „Der Fall ist deshalb besonders bemerkenswert, weil wesentliche äußere Motive für die Handlung der Greisin kaum vorhanden sind. Marie Bonaparte versucht nun in äußerst instruktiver Weise die unbewußten Mechanismen, die diese Tat zwangsläufig hervorgerufen haben, aufzudecken. Psychoanalytisch gesprochen: sie führt den Mord auf starke Verdrängungen, die aus einem überwertigen Kastrationskomplex entstanden sind, zurück. Dazu treten bei der Mörderin starke aus dem Ödipuskomplex resultierende aktivistische Tendenzen, die bewirken, daß ihr Unbewußtes Liebeswünsche auf ihren eigenen Sohn und dementsprechend Haßgefühl auf die Schwiegertochter, die ihr angeblich den Besitz des Sohnes eingeschränkt hatte, überträgt. Die Analyse scheint, von Einzelheiten abgesehen, gelungen zu sein. Denn die Verfasserin versteht deutlichzumachen, wie nach der Entspannung, die die Tat bei der Mörderin ausgelöst hatte, schwere nervöse Komplikationen, unter denen die Täterin litt, zurücktraten.”
„Der Fall”, — fährt dann Dr. Alsberg fort —, „ist übrigens auch in dem vor kurzem erschienenen Werk ,D er Verbrecher und seine Richter,