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In dem freundlichen Bericht Ewald Bohms (S. 264 ff. dieser Zeitschrift) über den Weltkongreß für Neue Erziehung steht ein Mißverständnis, auf dessen Aufklärung ich Gewicht lege. Der Satz: „Ich betrachte das Ideal des völligen Durchanalysierens als eine Dummheit” soll nicht der möglichst
gründlich durchgeführten sogenannten Ganzanalyse in den Weg treten. Ich führte in jenem Zusammenhange aus, daß die menschliche Psyche einem unergründlichen Meere gleiche und bei der unendlichen Kompliziertheit der Determination eine restlose Aufdeckung der seelischen Zusammenhänge undurchführbar sei. Hieraus ergibt sich die Aussichtslosigkeit des Vorhabens, alle und jegliche unbewußten Motive restlos und mit ihrer ungeschmälerten emotionalen Konkomitanz ins Bewußtsein zurückzuführen.
Die Kinder analyse im Sinne Anna Freuds halte ich selbstverständlich für durchaus notwendig, wo es sich um gewisse schwere Fälle handelt. Allein neben dieser mühevollen Arbeit, deren Anwendung durch die genannte ausgezeichnete Analytikerin selbst auf eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Kindern eingeschränkt wird, gibt es eine Kurzanalyse, die außerordentlich viel Segen stiften kann, wenn sie auch den Wissensdrang des umsichtigen Analytikers nicht voll zu befriedigen vermag. Ich halte diese Teilanalysen, die in der praktischen Erzieherarbeit auf Schritt und Tritt nötig werden, für ungemein wichtig. Wie sie zu verstehen ist, zeigte ich in der 3. Auflage meiner „Psychoanalytischen Methode” (S. 509—529); ich verweise im Übrigen auf Hans Zulligers prächtige Arbeiten aus seiner Lehrerpraxis.
Nachzutragen ist dem Berichte auch, daß Dr. René Laforgue, Vorsitzender der Pariser Psychoanalytischen Gesellschaft, einen überaus gehaltvollen und für Erzieher ganz besonders wichtigen Vortrag hielt über das Thema: „Mécanismes d'autopunition chez les enfants” (Die Mechanismen der Selbstbestrafung bei Kindern). Da die englischen und amerikanischen Vertreter der pädagogischen Psychoanalyse leider ausgeblieben waren, ver