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Im Juliheft 1929 der Monatsschrift „Die Hilfsschule” (Organ des Verbandes der Hilfsschulen Deutschlands) veröffentlicht Dr. Heinrich Meng (Frankfurt a. M.) eine Abhandlung über „Psychoanalyse und Jugendkunde”. Eingangs führt er aus, daß das Streben der großen Pädagogen, wie Rousseau, Pestalozzi, Herbart, nach vorurteilsfreiem Beobachten und Urteil erfolglos bleiben mußte, nicht nur darum, weil sie in ihren weltanschaulichen Einstellungen befangen waren, sondern weil ihnen die Grundlage einer wirklichkeitsnahen Jugendkunde fehlt: es gab keine Trieb lehre und keine Seelenkunde, die das gesamte Psychische umfaßte. Beides schuf erst die Psychoanalyse. Freud bezeichnete zuerst das „Sinnvolle” um die Tendenz als das Kriterium, nach dem man die psychische Natur eines Vorganges mit Sicherheit annehmen kann. „Seither ist die gesamte Psychologie — auch die nicht psychoanalytische — in fast allen ihren Richtungen darauf aus, nicht nur Gesetze von Funktionen zu finden, sondern auch sinnvolle Zusammenhänge zu erkennen oder auf Grund von Tatsachen Material zu konstruieren.” Insbesondere hat die Freudsche Trieblehre die Aufmerksamkeit auf die führende Rolle der sexuellen Triebe gelenkt. „Vor 1900 hat sich die Wissenschaft gescheut, ehrlich über diese Dinge zu sprechen, obgleich die Literatur aller Zeiten so von sexuellen Themen erfüllt war, daß dies allein schon hätte zeigen können, daß erst die klare Erfassung der sexuellen Tendenzen der Menschheit aus der Pseudowissenschaft von Leib und Seele eine Wissenschaft machen kann.” Meng gibt dann eine Darstellung der Grundzüge der Freudschen Psychologie mit besonderem Hinweis jeweilen auf die Bedeutung der einzelnen psychoanalytischen Forschungsergebnisse für die