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Unter dem Titel „Sexualerziehung. Der Weg durch Natürlichkeit zur neuen Moral” ist soeben im Verlag der Universitas — Deutsche Verlags-A.-G., Berlin, ein neues Buch von Magnus Hirschfeld und Ewald Böhm erschienen. Es stellt sich zur Aufgabe, das Gesamtproblem der sexuellen Erziehung von der Geburt bis zur Reifezeit für Eltern und Erzieher übersichtlich und gemeinverständlich darzustellen und bemüht sich als Voraussetzung einer Sexual- und Lebensreform die Notwendigkeit einer völligen Gesinnungsumstellung zugunsten einer eugenisch orientierten neuen, positiven Moral hinzustellen. Mit Genehmigung der beiden Verfasser und des Verlags geben wir hier einen jener Abschnitte des Buches wieder, das im Besonderen auch auf die Ergebnisse psychoanalytischer Untersuchungen Bezug nimmt.
Unter „Grundproblemen” der Erziehung verstehen wir solche Probleme, die die Möglichkeit einer wirksamen Beeinflussung des Zöglings von seiten des Erziehers überhaupt in Frage stellen.
Es handelt sich in diesem Kapitel um Fragen, die durch das Buch „Sisyphos oder Die Grenzen der Erziehung” von dem bekannten Psychoanalytiker Dr. Siegfried Bernfeld im wesentlichen bereits geklärt sind, aus dessen Grundgedanken wir aber wichtige Schlüsse ziehen können.
Die „Konstanten der Erziehung”, von denen hier die Rede ist, sind nicht so sehr erbbiologische, als vielmehr seelische Konstanten. Bernfeld zeigt drei „Grenzen der Erziehung” auf: die seelische im Kinde (Erziehbarkeit), die seelische im Erzieher (d. h. seine unbewußten Strebungen) und die soziale Grenze des konservierenden Einflusses der Gesellschaft. Die zweite ist die schwierigste, weil komplizierteste, und soll deshalb hier als „Grundproblem” behandelt werden. Doch werden wir die wichtige Rolle der konstitutionellen Erziehbarkeit noch an verschiedenen Stellen des besonderen Teils ins Auge fassen müssen, und auf die dritte Grenze der Erziehung, die soziale, wird in anderem Zusammenhang weiter unten einzugehen sein. Von diesen beiden soll also an dieser