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Der vor kurzem erschienenen, reich illustrierten kulturhistorischen Monographie von René Fülöp-Miller über „Macht und Geheimnis der Jesuiten”, die auf fast 600 Seiten in einer ebenso eindringlichen, wie vielseitigen und nach Objektivität strebenden Darstellungsart die Geschichte des Jesuitenordens, Leben und Persönlichkeit seines Gründers Ignatius von Loyola, die Beziehungen der Jesuiten zu den religiösen, politischen, philosophischen, moralischen und wissenschaftlichen Strömungen der Vergangenheit und der Gegenwart behandelt, entnehmen wir mit Genehmigung des Verfassers und des Verlags Grethlein & Co. in Leipzig und Zürich, den hier folgenden Abschnitt.
Die neueste Phase des jesuitischen Kampfes um die „Katholizität des Denkens” steht erst in ihren Anfängen, und die Verschmelzung der beiden Antipoden Thomas und Kant dürfte sich als eine der schwierigsten Unternehmungen erweisen, welche der Jesuitismus sich jemals zur Aufgabe gemacht hat.
Wie sehr es aber eine Forderung der Klugheit ist, allmählich doch vom aristotelischen Vernunftglauben abzurücken, geht deutlich daraus hervor, daß ja nicht nur der Kantianismus und die neukantianische Marburger Schule, sondern auch fast alle anderen Richtungen des modernen Denkens in der Ansicht von der Begrenztheit der intellektuellen Erkenntnis untereinander völlig einig sind.