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Die Arbeit will — mit den Worten des Verfassers gesprochen — „einen Beitrag geben zu der von Dilthey gelebten Aufgabe der Philosophie, einen Beitrag zur Aufhellung der Daseinsstruktur der Menschen”. Sie will zeigen, daß das Unbekannte und sein in ihm fundiertes Korrelatphänomen, die Angst, eine grundlegende Bedeutung für die Entwicklung des einzelmenschlichen und menschheitlichen Lebensgefühls und Weltbildes besitzt. Die Reaktionen gegen
das Unbekannte auf der rationalen Stufe bestehen in begrifflicher Einordnung und aktivem Aufsuchen von Gesetzmäßigkeiten und kausalen Abhängigkeiten, möglichst mit Unterstützung des Experiments. Das Kind lernt diese Haltung, das Bestreben, das Unbekannte einzuordnen, früh. Und doch behält das Unbekannte seinen unheimlichen Charakter. „Es bleibt ein Fremdkörper, der beseitigt, bezw. nicht ins Dasein gerufen werden will.” Die Unbekanntheits-qualität wird erlebt im Modus der Angst. Der Verfasser schließt mit dem philosophischen Ausklang, daß der rationale Versuch der Wissenschaft, das Unbekannte zu bannen, nur zum Teil gelungen ist. Das Unbekannte könne langsam wieder in seiner vollen Furchtbarkeit emporsteigen. „Dann lernt der Sichere, Oberflächliche, Satte unserer Tage wieder beten: etwa auf dem Sterbebette.” Ein eigener Abschnitt des Buches beschäftigt sich mit Freuds Lehre von der Angst. Was Freud über Angst geschrieben habe, gehörte „wohl kaum zu dem Besten, was wir von Freud besitzen.” Wichtig sei immerhin bei Freud „die Betonung der Vorzugsstellung, die der Angstaffekt vor allen anderen Affekten genießt, und die Feststellung, daß die Lösung des Angstproblems zugleich die Lösung der Probleme der Neurose involviert.” Ausreichend ist das Wissen des Verfassers um die psychoanalytische Forschung auf dem Gebiete der von ihm behandelten Probleme nicht; es genügt zu erwähnen, daß er — um nur von den Schriften Freuds zu reden — die Abhandlungen über die Angstneurose, das Kapitel „Angst” der „Vorlesungen”, die Arbeit über die Tierphobie