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Die Hypothese über die früheste Feuerzähmung durch den Menschen, die Freud in seinem jüngsten Buche, in einem Exkurse, ausspricht, taucht nicht unvorbereitet auf. Ansätze zu dieser Deutung waren bereits gegeben. In der „Geschichte einer infantilen Neurose” (1918) schreibt Freud in einer Fußnote: „Die regelmäßige Beziehung der Harninkontinenz zum Feuer gibt zu denken. Es ist möglich, daß in diesen Reaktionen und Zusammenhängen Niederschläge aus der Kulturgeschichte der Menschheit vorliegen, die tiefer hinabreichen als alles, was uns durch seine Spuren im Mythus und im Folklore erhalten ist.” (Ges. Schr. VIII, 536). Aber auch schon das „Bruchstück einer Hysterieanalyse” (1905) streift den Zusammenhang zwischen Zündeln, Feuerträumen und Bettnässen (Ges. Schr. VIII, 73 f.).
Hier sei auch an die Brüsseler Sage vom „Manneken- Piss” erinnert. Ein kleiner Junge sah die brennende Lunte, die die Feinde an einer Ecke der Stadt gelegt hatten, machte sich das Vergnügen, darauf zu pissen und rettete so die Stadt. Rank (Psychoanalyt. Beitr. z. Mythenforschung, 2. Aufl., 113) sieht daher in der Statue des pissenden Bübchens einen Abwehrtalisman gegen Feuersbrünste.
Aus der psychoanalytischen Literatur sei noch eine kleine kasuistische Arbeit angeführt: „Eine Feuerphobie als Folge unterdrückter Onanie” von Dr. Erwin Hirsch (im Sonderheft „Onanie” der „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik” 1928). Ferner zwei kleine Mitteilungen bei Ferenczi („Mischgebilde von erotischen und Charakterzügen”, 1916) über Brandstifter, die Bettnässer waren und über das Mischgebilde von herostratischem Charakter und Urethralerotik bei einem Manne, der Bettnässer war und dann freiwilliger Feuerwehrmann wurde. (Ferenczi Bausteine zur Psychoanalyse, II. Band, S. 234.)
A. J. St.