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Selten dürfte das Wesen der Psychoanalyse mehr verkannt worden sein, als in der Arbeit Fülöp-Millers über „Jesuitismus und Psychoanalyse”, die einen Abschnitt aus seinem Buch „Macht und Geheimnis der Jesuiten” darstellt und die vor kurzem in dieser Zeitschrift (IL Jg., Heft 1) abgedruckt wurde. Diese Arbeit ist um so bedenklicher, als sie bereits nach dem Erscheinen von Freuds Schrift über „Die Zukunft einer Illusion” geschrieben und veröffentlicht wurde. Es sei gestattet, einige kurze Bemerkungen zu mehreren Behauptungen Fülöps zu machen.
Da ist zunächst diese Behauptung des Jesuitenforschers von Interesse: „Gerade in der jüngsten Gegenwart ist die Wissenschaft auf diesem Wege noch weiter vorgeschritten: jetzt erscheint es schon problematisch, ob es überhaupt eine ‚Ethik’ gebe, ob wir berechtigt seien, von ‚Werten’ zu sprechen, und inwieweit eine solche ‚Bewertung’ einen Sinn habe. Indem solcherart alles fragwürdig, relativ und hypothetisch geworden ist, gerät die Wissenschaft in einen immer schrofferen Gegensatz zu der Annahme einer verstandesmäßig erkennbaren absoluten, realen Wahrheit.” Gerade das Gegenteil ist der Fall. Bemühen wir uns, die verzerrte Perspektive Fülöps zu korrigieren. Er spricht von der Tendenz der modernen Wissenschaft, alle „Wertung” zu relativisieren und schließlich ganz aus dem Bereich der Forschung auszuschließen. Bis hierher ist alles in bester Ordnung. Aber