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Biographie heißt zwar Lebensbeschreibung, aber wir modernen Menschen wollen uns längst nicht mehr mit dem Werden einer Person im äußeren Leben begnügen, wir wollen sein inneres Werden verstehen, gerade wie die Psychiatrie aus einer beschreibenden eine verstehende werden mußte. Dieses zwanzigste Jahrhundert hat große Fortschritte gemacht, nicht zuletzt durch die Psychoanalyse, dieses „wunderbare Zeitalter mit seinem neuen Geist, dem Wahrheitsstreben und der Tatsachenliebe, dieser Leidenschaft für das Wirkliche” (Frank Harris).
Zweifellos hat das psychologische Interesse wesentlich zugenommen und die biographische Literatur, die ihm entgegenkommt (wie die Werke von Stefan Zweig, von Emil Ludwig u. a.) finden einen großen Leserkreis. „Man darf ruhig sagen (um ein berühmtes Wort zu paraphrasieren)”, erklärt Stefan Zweig, „daß heute keine psychologische Biographie mehr ohne einen Tropfen freudischen Öles geschrieben werden kann, ohne die mitleidlose, bis zu den physischen Organen niederblickende Psychoanalyse, die hinter jeder ‚Seelenschuld’ die natürlich logische Ursache als ein Selbstverständliches sieht.”
Man will eben psychologische Biographie, es gibt kein zurück mehr, und wir erinnern uns gern eines sympathischen Terminus, der