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Als Übersetzer Friedrichs des Großen1 und Beyle-Stendhals, den ich in Deutschland eingeführt habe,2 zwei der repräsentativsten und freisten Geister des 18. und 19. Jahrhunderts, deren Werden und Wirken vor uns ausgebreitet liegt, besser als das vieler Lebender, hat mich stets besonders die Rolle gefesselt, die der Eros in ihrem Leben als Konflikt und als Schicksal gespielt hat. Wenn ich mit Beyle-Stendhal beginne, so ist es, weil er geradezu ein Musterbeispiel für die Freud sche Psychoanalyse ist, besonders für ihr Kernproblem oder Urphänomen, den Ödipuskomplex, der aus Mutterliebe und Vaterhaß besteht. Er findet sich zwar auch bei Friedrich dem Großen wieder, aber nicht in so lebenslanger Form und ohne die manifest-erotische Komponente in der Mutterliebe.
Durch Freuds Psychoanalyse oder aus eigener Erfahrung weiß jedermann, wie entscheidend dieser Komplex für den seelischen Aufbau eines Menschen ist. Nach Goethes Worte sind die Entwicklungsjahre die bedeutendste Epoche eines Individuums. Und wenn dieser Komplex in der Jugendentwicklung dominiert, bleibt er für den ganzei späteren Menschen entscheidend: die hier erzeugten Spannungen potenzieren