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„Die großen Schriftsteller, überhaupt die anerkannten Großen in der Weltgeschichte sind für eingehendes Studium schon deshalb besonders geeignet, weil sie über allen Anklagen stehen. Sie sind von vornherein des Freispruchs sicher infolge der Bedeutung, der großen Rolle, die ihnen zugefallen ist. Wie immer auch sie in der Nähe erscheinen mögen, sie sind im Rechte, zu beredt zeugen für sie ihre Werke — monumenta aere perenniora. Und wenn wir vom Durchschnittsmenschen mit Nachsicht zu reden geneigt sind, und auf seine Fehler, oder das, was gemeiniglich seine Fehler genannt wird, durch die Finger sehen, so können wir an die Großen offenen Auges herantreten und brauchen nicht zu fürchten, ihre Eigenschaften und Eigenheiten beim richtigen Namen zu nennen. Was täte es, wenn sich bei Alexander von Mazedonien auch Feigheit auffände, bei Plato und Aristoteles auch Unwissenheit und Oberflächlichkeit, beim heiligen Augustin auch Ungläubigkeit! Wie schlicht und ruhig berichtet doch das Evangelium, daß der Apostel Petrus sich in einer einzigen Nacht dreimal von Christus losgesagt habe. Und dies hat ebensowenig die Menschheit daran gehindert, ihm in Rom einen herrlichen Tempel zu errichten, wie es unzählige Millionen von Gläubigen davon nicht abhält, ehrfurchtsvoll den Fuß seiner Statue zu küssen, ja, seine Stellvertreter gelten noch heute als unfehlbar … Die Mängel der Großen der Menschheit können ihnen nicht als persönliche Mängel angerechnet werden; die Armut dieser Reichen ist eine allmenschliche, man möchte sagen, kosmische Armut. Enthüllungen und Anklagen sind da schlecht angebracht. Hinter dieser Armut ruht ein großes Geheimnis, dem sich zu nahen, ein ewiges Bedürfnis der Sterblichen ist…
Leo Schestow. (Aus dem VI. Band der russischen Ausgabe übersetzt von Max Eitingon.)
Karl Abraham: Amenhotep IV (Echnaton). Psychoanalytische Beiträge zum Verständnis seiner Persönlichkeit und des monotheistischen Aton-Kultes. Imago I (1912), 334–360.
Adolf Allwohn: Die Ehe des P