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Im Anschluß an den vorangegangenen Essay von Walter Muschg über „Freud als Schriftsteller”, der sich zum erstenmal eingehend und umfassend mit dem Problem der Freudschen Sprachkunst auseinandersetzt, wollen wir hier drei frühere Äußerungen über Freuds Sprache zitieren.
schrieb in der „Neuen Rundschau” in einer Besprechung der Freud-Gesamtausgabe:
„… Sein Werk überzeugt auch außerhalb der Gilde durch ganz hohe menschliche wie literarische Qualitäten…. Der sorgfältige Forscher und klare Logiker Freud hat sich ein vorzügliches Instrument in seiner ganz intellektualistischen, aber prachtvoll scharfen, genau definierenden, gelegentlich auch kampf- und spottlustigen Sprache geschaffen.”
bezeichnet in einem Aufsatz „Freuds Sprache” in der „Wiener Allgemeinen Zeitung” den Schöpfer der Psychoanalyse als „den größten deutschen Erzähler seit Gottfried Keller” und fährt dann fort:
„… Wer einmaf etwa eine Krankengeschichte Freuds gelesen hat oder gar die Darstellung der von ihm aus den Urresten der Menschheitsgeschichte herausgefolgerten Hordentragödie, aus welcher er Totem und Tabu entstehen läßt, der wird diese Wertung nicht für übertrieben halten. Mit Keller und den auserwähltesten Deutschen teilt Freud, wie nur die Franzosen, die Gabe, sich der Worte und jener syntaktischen Formen, die der noch unabgegriffenen ursprünglichen Bedeutung der Worte angebildet sind, in dieser ursprünglichen Bedeutung zu bedienen, sie damit aus der Ohnmacht der Gemeinplätzlichkeit weckend, ihnen zu neuer Kraft verhelfend. Er schreibt sparsam, aber nicht gedrängt, immer wesensgerecht und damit klar, — vergeudet keine Adjektiva, da doch das Hauptwort, wenn richtig gewählt, sich selbst voll zu enthalten hat, und häuft er zuweilen Zeitworte, dann immer, um alle Tätigkeiten des Subjekts zu erschöpfen und die Steigerung oder das Nacheinander der Phasen dieser Tätigkeiten oder ihr Entspringen aus einander zu versinnlichen. Sein Satz hat Hebung und Senkung und Ausklang, also Musik, di