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Während die Fachgenossen nun — wenngleich mit Einschränkungen — die Bedeutung Freuds anerkennen, hat die Bezeichnung Freud-Schüler bei ihnen noch immer den Charakter eines Epitheton desor-nans. Ja — merkwürdig genug — die Anerkennung Freuds hat den Begriff diskreditieren geholfen. Freud-Schüler — das heißt noch immer eine seltsame Mischung von Fanatismus und Verstiegenheit, Abwegigkeit und intellektueller Verbohrtheit. Während Freud vorsichtig ist, sind seine Schüler verwegen, während seine Anschauungen von einschneidender Bedeutung sind, sind die ihren völlig wertlos und nicht ernst zu nehmen, lächerlich abstrus und einseitig, übertrieben und phantastisch. Nun ist es gewiß noch keinem Schüler Freuds eingefallen, sich mit ihm in eine Linie stellen zu wollen, aber es ist auch höchst unwahrscheinlich, daß sich die Schülerschar gerade dieses akademischen Lehrers aus Phantasten und intellektuellen Mittelmäßigkeiten, die sich um einen hervorragenden Geist sammeln, rekrutieren sollte. Und wieso kommt es denn, daß der eine oder der andere von diesen Schülern, wenn er sich später von den Anschauungen seines Lehrers entfernt hat, eine solche Beurteilung nicht mehr erfahrt? Wieso kommt es, daß man, wenn man einmal Freud-Schüler war, es aber nicht mehr ist, wenn man natürlich die Bedeutung Freuds noch immer anerkennt, aber natürlich auch von der Begrenztheit seiner Ansichten spricht, wenn man sagt, dieser Teil seiner Lehre sei übertrieben, jener beruhe auf einem Mißverständnis oder einer ungerechtfertigt einseitigen Anschauung des menschlichen Seelenlebens, diese seine Ansicht sei mehr geistreich als zutreffend oder widerspreche der klinischen Erfahrung — wieso kommt es, frage ich, daß man bei solcher veränderter Perspektive von den Kritikern sogleich eine bessere Zensur erhält? Ist man da plötzlich einsichtsvoller und klüger, ein Weiser geworden? Man braucht kein Analytiker zu sein, um zu verstehen, daß solche Beurteilung der Freud-Schüler en bloc in erster Linie von uneinge