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Es geht mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern ähnlich wie mit der zwischen Kindern und Eltern: wir halten uns gern an die positive Seite dieser Beziehungen, nehmen hier wie dort die Liebe als das selbstverständlich Gegebene, und feindselige Spannungen als das zufällig Störende und eigentlich Vermeidbare. Wir wissen zwar um Schlagwörter, wie die vom „Kampf zwischen den Geschlechtern” und vom „Haß der Geschlechter”, aber wenn wir ganz ehrlich sein sollen, müssen wir zugeben, daß wir mit ihnen nicht sehr viel anfangen können. Wir denken dabei mit Recht und doch wiederum zu geradlinig nur an die erotischen Beziehungen zwischen Mann und Frau und ziehen aus zahlreichen Einzelschicksalen, die wir an uns vorbeigleiten lassen, den Schluß, daß ja tatsächlich Liebesbeziehungen außerordentlich leicht durch offene oder geheime Feindseligkeiten zerstört werden. Wir sind dann aber sehr rasch bereit, individuelles Mißgeschickein zufällig Nichtzueinanderpassen oder auch soziale und wirtschaftliche Ursachen für solche Störungen verantwortlich zu machen. Oder wir denken an die großen Frauenhasser unter den Philosophen und Dichtern, wie Strindberg, Nietzsche, Schopenhauer, Wedekind, Weininger usw., sind aber geneigt, sie als isolierte Phänomene zu werten