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Aber das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch.
Obwohl der Goethepreis nicht etwa ein Buch über Goethe auszeichnen will, noch ein Werk, das durch das seinige angeregt wurde, noch irgendein bestimmtes literarisches Werk, so regt doch seine Zuteilung dazu an, die Beziehungen des Preisträgers zu dem großen Mann zu betrachten, den sie mit ihm zusammenbringt. Sie verlockt umsomehr dazu, da der Brauch — vielleicht das Statut — es fordert, daß der Ausgezeichnete diese Beziehungen in einer feierlichen Sitzung, in der er sein Diplom bekommt, selbst klar lege; und es ist für den Kritiker die Versuchung groß, es besser zu machen als er. Und außerdem verleitet gerade die Satzung zu solchen Betrachtungen. Sie sagt: „Der Preis soll einer bekannten Persönlichkeit verliehen werden, deren schöpferische Tätigkeit einer dem Andenken Goethes geweihten Ehrung würdig ist.” Beachten wir dabei, daß nicht von einem Werk, wohl aber von einer Tätigkeit, einem Einfluß, einem Wirken die Rede ist. Man sieht übrigens, wie sehr ein so weitläufiges und auch ungenau begrenztes Thema den leuchtendsten und phantasievollsten Wandlungen zugänglich ist. Stefan George, ein Dichter, — Albert Schweitzer, Exegete, Biograph, Arzt, Kolonisator, — Leopold Ziegler, politischer Essayist — haben vor Freud, dem Arzt und Psychologen, nacheinander den Scharfsinn jener herausgefordert, die Parallelen aufzeigen wollten, an die sie ohne dieses zufällige Zusammentreffen niemals gedacht hätten.
Ein unnützes Spiel! Es gibt keinen großen Menschen, der nicht