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Die Psychoanalyse kann ihrem Wesen nach nur eine Untersuchung von Mensch zu Mensch sein, und schon die Einbeziehung von menschlichen Kulturwerken ist mehr Anwendung als wirkliche Analyse. Noch weniger zur Anwendung als nur zu einer gewissen Kontrolle gereicht die Psychologie der Menschenaffen. Zu einer Kontrolle, die sich jedoch zu unschätzbarem Wert emporschwingen könnte.
Wir hatten bereits die von Köhler an Schimpansen gewonnenen Funde ausgebeutet1. Seit einigen Jahren steht nun infolge der Gorilla-Untersuchungen des amerikanischen Forschers Yerkes, des besten Kenners der Anthropoidenseele, der Weg auch für eine vergleichende Psychoanalyse des Gorilla, oder wenigstens einige Schritte des Weges offen2.
Das beobachtete, reservierte, den Befehlen gegenüber negativistische Tier war ein junges, etwa 4–5, im zweiten Beobachtungswinter 5–6 Jahre altes, nach Amerika transportiertes Weibchen. Wie hat Yerkes mit dem armen, verlassenen, ans Familienleben gewohnten Tier-Kind überhaupt experimentieren können? Es war die Übertragung mit im Spiel, das zu Stande zu bringen. Es war ein „Warmwerden” des Tieres Congo zu beobachten, das auffallend plötzlich in Erscheinung trat, als Congo in inneren Kontakt mit dem Versuchsleiter gelangte insofern, als sie von ihm, die Nahrung und Gesellschaft betreffend, in größere Abhängigkeit geriet. Auch ein neu-angewendeter Apparat, welcher bei Fehlleistungen zur Strafe elektrische Schläge abgab, fixierte Congo mehr an den Versuchsleiter. Diese zwei Motive der Übertragung traten in Kraft, eben als die beiden Lieblingsleute Congos fern waren. (164–7).
Neben dieser Gefühlsübertragung kann auch eine Transposition von Arbeitsmethoden und Motiven beobachtet werden, also eine Art Verschiebung (69, 513). Obzwar Congo sich als ein vorwiegend visuell orientierendes Tier benimmt, vergißt sie nie, ihr neue Dinge, lebende und leblose, durch den Geruch zu prüfen (8, 45, 47, 71,