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Diese Briefe der Gattin des genialen Historikers und Biographen Carlyle verraten eine geistreiche und kluge Frau von bedeutender Bildung und einem warmen Herzen. Das Haus dieser gütigen Frau war geradezu ein Asyl aller Hilfsbedürftigen. Sie ist in diesen Briefen stolz auf den genialen Gatten, aber sie warnt vor den Launen im Hause des Genies. Hatte sie doch das Unglück, einen schwer nervösen, sexuell unfähigen Gatten in ihm gefunden zu haben.
„Als Mädchen in Ungebundenheit aufgewachsen, schön und verwöhnt”, so sagt die Übersetzerin, „funkelnd von Geist, Temperament und Witz, muß sie — allerdings nach freier Wahl — in den Käfig der beschränkten Häuslichkeit und bleibt gebrochen dort am Boden liegen”.
Tragisch ist das Schicksal dieser Frau an der Seite des Gatten, den sie wie einen Vater bewundert, tragisch, denn sie wird in der Ehe schwer hysterisch. Die Arme hat unausgesetzt Beschwerden, leidet wochenlang an Kopfschmerzen. Schlaflose Nächte und ein beständiges Übelbefinden schaffen eine solche Depression, daß es am besten ist, „nicht davon zu sprechen und nicht daran zu denken”. Von sechs Uhr morgens hat sie einmal eine ununterbrochene Serie von Ohnmächten, Erstickungs- und Schreikrämpfen zu ertragen. Manchmal schläft sie zehn Tage nicht, kommt in Zustände heftigster Erregung und hat die Befürchtung, verrückt zu werden.
„Wie wünschte ich mich, wenn auch nur für fünf Minuten, wieder einmal ganz gesund”. So lauten ihre Stoßseufzer. Oder: „Wenn ich nur die körperliche Kraft hätte und frei von körperlicher Abspannung wäre.”
Rast- und Ruhelosigkeit erfüllen ihr Leben; später wird die Unbefriedigte von einer rasenden Eifersucht auf eine anziehende, geistreiche Freundin ihres Mannes erfüllt. Keinen Frieden fand ihr Herz, immer gab es Erregungen und Erschütterungen, und Mann und Frau waren oft „wie Feilen, die aneinander reiben”.
Dem selbst so nervös empfindlichen, neurasthenischen Gatten, der absolute Ruhe zu seiner Arbeit mit allen Mitteln fordert, ist dieses alltägliche Kränk