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Die „Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft” unternahm in ihrer Dresdner Tagung zum ersten Male den Versuch, mit ihren Darbietungen nicht nur den engeren Kreis ihrer Mitglieder, sondern auch ein breiteres Publikum ernst interessierter Außenstehender zu erreichen. Schon in seiner Begrüßungsansprache hatte Max Eitingon (Berlin) die gegenwärtige Situation der Psychoanalyse, ihre wachsende Bedeutung für die verschiedensten natur- und kulturwissenschaftlichen Gebiete gewürdigt, auch darauf hingewiesen, wie sich immer weitere Kreise freiwillig oder gezwungen mit den Ergebnissen der psychoanalytischen Theorie und Praxis beschäftigen. Diese — für die Möglichkeit der zeitgeschichtlichen Einordnung der Psychoanalyse so aufschlußreiche — Eröffnungsrede Eitingons wird (unter dem Titel „Die neuere Methodenkritik an der Psychoanalyse”) an der Spitze von Heft 1 des Jahrgangs 1931 der „Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse” erscheinen.
Allgemeinen Charakters war auch der Vortrag von Sándor Radó (Berlin) über „Die psychoanalytische Therapie und das Publikum.” Sei früher der Widerstand gegen die Psychoanalyse bei den Kranken das größte Hindernis gewesen, so müsse man heute oft davor warnen, den Psychoanalytiker als den Wunderdoktor anzusehen, der versagt habe, wenn es ihm nicht gelungen sei, in kürzester Frist hundertprozentige Heilerfolge zu erzielen. (Bewertung der psychoanalytischen Therapie nach dem „Alles- oder Nichts”-Gesetz des infantilen Narzißmus!)
Vier — außerhalb des Rahmens der eigentlichen Tagung gehaltene — öffentliche Vorträge fanden das Interesse einer außerordentlich zahlreichen Hörerschaft.
Heinrich Meng (Frankfurt a. M.) sprach über „Seelische Hygiene auf psychoanalytischer Grundlage” und wies auf die erstaunliche Unkenntnis hin, mit der in voranalytischer Zeit das Seelenleben, insbesondere in seinen Krankheitsersdieinungen, von Ärzten und Laien betrachtet wurde. Erst Freud schuf durch geduldiges Studium des neurotischen Menschen die Möglichkeit zu einer vert