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Für Ihr „Psychoanalytisches Lesebuch” (im „Almanach der Psychoanalyse 1927” — „1928” — „1931”) gestatte ich mir, Sie auf eine Stelle bei Karl Marx aufmerksam zu machen, welche nicht nur beweist, daß Marx das psychologische Moment zu würdigen wußte, sondern auch zeigt, daß er volles Verständnis für gewisse „Regressionen” besaß, die bewirken, daß der ideologische Überbau der Gesellschaft gegenüber dem ökonomischen Fundament zurückbleibt. Sie finden die betreffende Stelle in der berühmten Schrift „Zur Kritik der politischen Ökonomie” (Seite XL VIII ff).
Zunächst spricht Marx davon, daß „gewisse bedeutende Gestaltungen der Kunst nur auf einer unentwickelten Stufe der Kunstentwicklung möglich sind”. Dann weist er auf die Mythologie als „Arsenal der griechischen Kunst” hin und bemerkt nebenbei: „Alle Mythologie überwindet und beherrscht und gestaltet die Naturkräfte in der Einbildung und durch die Einbildung [Allmacht der Gedanken! H.], verschwindet also mit der wirklichen Herrschaft über dieselben.”
Und nun fragt er, wieso es komme, daß „griechische Kunst und Epos … uns noch Kunstgenuß gewähren und in gewisser Beziehung als Norm und unerreichbare Muster gelten.” Seine Antwort lautet nun:
„Warum sollte die gesellschaftliche Kindheit der Menschheit, wo sie am schönsten entfaltet (ist), nicht als eine nie wiederkehrende Stufe ewigen Reiz ausüben?”
Nie wiederkehrend, weil eben, wie oben bemerkt, gewisse Kunstgestaltungen nur auf primitiver, also infantiler Stufe möglich sind.