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E. V. Zenker war einst Abgeordneter und Politiker in der alten k. u. k. Monarchie. Seine philosophischen und soziologischen Exkursionen brachten ihn in den Geruch eines Anarchisten. Von seiner extremen Freiheitsverherrlichung ist noch ein Adjektiv übriggeblieben: im Titel einer Zeitschrift, die er jetzt herausgibt. Die „Freie Welt” erscheint in der Similigasse zu Gablonz an der Neisse und von dort aus schützt E. V. Zenker durch halbmonatlich wiederkehrende kraftstrotzende Ausfälle „die deutsche Kultur”. Unter deren Gefähr-dern er selbstverständlich auch die böse Psychoanalyse nicht übersieht. Daher veröffentlicht er jetzt „Ein ernstes Wort zu Freuds Religions- und Moralphilosophie”. Als Wissenschaft zu gelten habe Freuds Lehre keinen Anspruch. Dafür daß Freuds Materialismus unzureichend sei, wird von Zenker im Besonderen Rank als Kronzeuge angeführt. Die beiden letzten Schriften Freuds („Die Zukunft einer Illusion” und „Das Unbehagen in der Kultur”) werden als „Rauschgiftliteratur” bezeichnet. „Daß diese Schriften große Auflagen erleben und von einer gewissen Presse über jedes Maß gelobt werden, imponiert uns gar nicht, da dies auch den zotenhaften Romanen und der ödesten Schundliteratur gelingt. Freud spricht zu dem heute so überaus großen Haufen von Neurotikern und Entfesselten, die von ihm wie von einem wissenschaftlichen Tetzel einen Generalablaß für alle ihre auch ihnen selbst unerträglichen Ekelhaftigkeiten und Laster und ein gnädiges Admittatur für ihre libidinösen Sättigungsbedürfnisse erwarten. Nur für diese Sorte kann er ein Abgott und der Vertreter höchster Wissenschafdichkeit sein. Wir hielten es für eine Pflicht, unser Volk und unsere deutsche Jugend vor dieser Sumpfwissenscha ft einmal eindringlich zu warnen, und da dies geschehen, ist der Wiener ,Gelehrte’ für uns abgetan.” St.