You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es sei vorausgeschickt, daß dieses Buch dem Psychoanalytiker empfohlen werden muß. Empfohlen, nicht so sehr um seiner Ergebnisse willen, sondern wegen der Anregungen, die reichlich ausgehen von dieser überaus liebevoll und gewissenhaft besorgten Zusammenstellung und systematischen Ordnung aller naturbeschreibenden Balzac-Stellen und aller Gebiete der Natur bildlich berührenden sprachlichen Wendungen Balzacs. Die Frage des Naturgefühls (bereits behandelt von Hanns Sachs, Winterstein, Richard Sterba, gestreift übrigens in diesem Hefte auch von Schottlaender) bedarf gewiß noch der weiteren psychoanalytischen Untersuchung, und eine Studie, wie die vorliegende von Elisabeth Sulzer — wenn auch monographisch auf einen einzigen Künstler beschränkt — wird als willkommener Führer in einen Teilbezirk der auftauchenden Phänomene gewertet werden können. Wenn wir auch auf den Inhalt der Sulzerschen Arbeit nicht näher eingehen können, wollen wir auf einige — willkürlich gewählte — Stellen aufmerksam machen. Interessant ist z. B. die Feststellung, daß Balzacs Romane eigentlich immer „von der Katastrophe handeln, die die äußere Form der Menschen durch seine innere erleidet” (S. 49). Balzac könne sich in seinem „Bedürfnis nach Gestaltung von durch Zerstörung stets gefährdeter Schönheit” nidit genug tun (59). — „Der wirklich weibliche Frauentypus, den Balzac ganz zu formen vermochte, taucht in die Sphäre, die wir mit Rubens charakterisieren mögen. Der Inbegriff des Mannes, den Balzac formen durfte, wandelt sich von barocker Sachlichkeit zum Helldunkel Rembrandts” (61).
Im Abschnitt „Die Natur als Heimat” (86 ff) behandelt die Verfasserin als ein entscheidendes Moment in Balzacs Schaffen „die Sehnsucht nach der in der Kindheit besessenen ruhigen Beschlossenheit im fruchtbar wogenden \ Leben”, die Sehnsucht nach dem „Bild einer um ihren Mittelpunkt zusammengerafften Welt”. Der Psychoanalytiker wird allerdings nicht abgehalten’ werden können, hinter der engeren Heimat des Dichters (der zä