You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Februarheft der Monatsschrift „Die Literatur” veröffentlicht einen kleinen Essay von Ferdinand Bruckner. Bekanntlich hat der Verfasser der erfolgreichen Dramen „Krankheit der Jugend”, „Kreatur”, „Verbrecher”, „Elisabeth von England” sein in der Öffentlichkeit von viel Neugierde umsdiwärmtes Pseudonym in der jüngsten Zeit gelüftet und nun weiß man, unter der Maske Ferdinand Bruckner verbirgt sich der von früher als feiner Essayist bekannte Schriftsteller und Theatermann Theodor Tagger. Sein jetzt erschienener Aufsatz „Freud und die Schriftsteller” muß um so eher interessieren, als die Kritik die oben erwähnten Bühnenwerke jahrelang in auffallender Übereinstimmung als von der Psychoanalyse beeinflußt empfunden hatte und daher lange Zeit vermutete, der Verfasser müsse selbst Analytiker sein oder einen Analytiker zum Mitarbeiter habe. Wir geben aus dem gedankenvollen Essay von Tagger-Bruckner folgende Stelle hier wieder:
Freud verdanken wir die Erfahrung, daß auch die Seele ein Fach ist. Die Seele nicht im Sinne der Psychologie, die sich seit Jahrtausenden so selbstlos mit ihr beschäftigt, sondern als Trägerin der körperlichen Alltagsreaktion. Er hat sie im Traum und im Unbewußten nachgewiesen, in den Fehlleistungen des Augenblicks, im ewigen Mitschleppen der Kindheit, im Urmenschentum