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In den Stockholmer „Dagens Nyheter” vom 5. und 6. Dezember veröffentlicht Sten Selander zwei Aufsätze über den Einfluß der Psychoanalyse auf die zeitgenössische schöne Literatur. Der erste Aufsatz behandelt den Einfluß Freuds auf die deutsche Literatur, der zweite den auf die französische, englische und amerikanische. Seine Feststellungen — führt Sten Selander eingangs aus — erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; weder könne er die zeitgenössische Literatur vollständig kennen, noch sei er mit der psychoanalytischen Lehre so nahe vertraut, um ihren Einfluß auf die Dichtkunst, wo er nicht auch dem Außenstehenden offenkundig ist, überall agnoszieren zu können. Es handle sich ihm nur darum, auf einzelne von Freud beeinflußte Autoren und Werke hinzuweisen, wie es ihm bei einer ziemlich planlosen Lektüre aufgefallen sei. Auch seien nur solche Autoren berücksichtigt, die vom Einfluß der Psychoanalyse zentral erfaßt sind, denn „ganz unberührt von Freud ist wohl kein zeitgenössischer Autor, mittelbar oder unmittelbar haben wohl alle etwas von ihm angenommen”.
Soweit es sich um den Einfluß Freuds auf die deutsche Literatur handelt, meint Selander, ist die Intensität dieses Einflusses zum Teil durch Freuds Stil zu erklären, durch die suggestive Wirkung seiner künstlerischen Prägung. „Man darf sich daher nicht wundern, daß seine Schriften einen Teil seiner Landsleute so faszinierten, daß dies beinahe zu einer sklavischen Unterwerfung führte”. Als Beispiel dafür wird Leonhard Frank angeführt, und insbesondere dessen Werke „Die Ursache” und „Karl und Anna”. Franz Werfel habe sein psychoanalytisches Bekenntnis im Roman „Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig” abgelegt. „Der Zauberberg” zeigt, daß nicht einmal Thomas Mann für Freuds Einfluß unempfindlich sei. Junge, radikale Talente könnten sich nicht für Freud erwärmen, denn — führt Selander an — diese Revolutionäre (in der Regel Kommunisten)