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Der alte Glaube, daß während des Kampfes der Menschen unsichtbare Geister mitkämpfen und den Ausschlag geben, hat seit Freuds Entdeckungen aufgehört, ein bloßer Mythus zu sein. Nur suchen wir den geheimnisvollen Kampfgenossen oder Widersacher nicht mehr wie David in den Wipfeln der Bakasträucher (2. Sam. 5), oder in der Luft, wie die Helden Homers, sondern im Unbewußten. Dies gilt auch von den Spielen, in denen der „Instinct combatif” (Pierre Bovet) sich auswirkt. Fravashi und Dêvs, die guten und bösen Geister, von denen Zarathustras Lehre berichtet, streiten um die Seele des harmlos oder halsbrecherisch Spielenden und zerren sie oft, wohin es ihnen beliebt. Der Spieler liefert dabei nicht nur den Kampfplatz dieses leidenschaftlichen Treibens, sondern er bildet zugleich auch den glücklichen Gewinner oder das leidende Opfer. Nicht nur, was für einem Spiel einer seine Seele verschreibt und mit welcher Leidenschaft er es tut, sondern auch, was für Handlungen er bei seinem Zeitvertreib vollzieht, wird ihm ohne sein Wissen vom Genius oder Dämon eingeflüstert, und es ist seltsam, wie dabei so oft das logische Denken, das Planen des Zweckmäßigen sich übertölpeln läßt. Grundgescheite Leute benehmen sich mitunter wie Hypnotisierte oder Narren, und man könnte sich über die Tücken des Spielkobolds entrüsten, wenn man nicht wüßte, daß bei stark Dissoziierten alle Lebensgebiete solche Streiche aufweisen. Ferner sendet das Unbewußte nicht nur die Torheit der Intelligenten, sondern auch gesteigerte Intelligenz der Toren auf die Bewußtseinsbühne. Wer wagt zu entscheiden, ob die Mehr- oder Minderleistungen im Leben schwerer wiegen?
Wir Analytiker haben es in unserer Berufsarbeit hauptsächlich mit den vorwiegend geschädigten Spielern zu tun, und zwar meistens mit solchen, die durch unselige Leidenschaft ihr Leben zerrütten. Gelegentlich begegnen uns Leute, die nicht an chronischer Spielsucht leiden, wohl aber durch einen akuten Anfall von Spielwut (sagen wir: von Selbstbestrafung) ihr