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Seitdem Darwins (und Goethes) Entwicklungsgedanke allgemein anerkannt ist, sieht jedermann die Aufrichtung des Urmenschen, seine Verwandlung aus einem Vierfüßler oder Vierhänder in einen Zweifüßler, als die entscheidende Tat der Menschwerdung an. Er gewann durch diese Tat die Hand. Durch dieses Instrument und in den Waffen, die er in die Hand nahm, erhielt er überlegenen Ersatz für die Waffe des Gebisses und konnte auf mächtiges Gebiß und das breite, starre Maul verzichten, das noch der Gorilla zeigt. Der älteste Rest von menschenähnlichen Knochen ist der Pilt Down Schädel. Er scheint aus dem Pliocän zu stammen, zeigt aber noch affenartigen Unterkiefer und Zähne. Der zweitälteste Fund, der Unterkiefer von Mauer (Homo Heidelbergensis) zeigt äffische Form, aber menschliche Zahnung. Wir sehen hier das aufgerichtete Tier unterwegs auf dem Wege vom Tier zum Menschen. Durch die Verkleinerung des Mundes, Veränderung der oralen Muskulatur und Zahnung wurde der Mensch geschickt zum Sprechen. Auch noch beim Menschen ist der Mund ein Sitz des Ausdrucks der Zerstörung. Wulstige Lippen, vorstehende Kiefer, und deren Gegenteil: der lippenlose Mund, das zurückspringende Kinn des Mongolen (Indianers) gelten als sadistische Kennzeichen. Auch zuckt es uns verräterisch um den Mund, wenn wir wütend werden. Jedoch ist der Auftrag zu zerstören beim Menschen vornehmlich der Hand übergeben. Wir beißen unsere Feinde in der Regel nicht mehr, höchstens daß wir mit Worten töten. Aber Menschen küssen sich und wenn man uns erzählt, daß auch Tiere küssen, so ist das nicht dasselbe (Freuds erogene Zone).
Der tierische Schädel hängt schwer herab und muß von der Nackenmuskulatur gehalten werden. Die Statik des tierischen Körpers verlangt, daß der Schädel nicht zu schwer werde. Der Schädel des aufgerichteten Menschen balanciert nahezu schwerlos um die obersten