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Eine Untersuchung über Beziehungen zwischen der jungen Wissenschaft Psychoanalyse und der Philosophie muß sich von vornherein auf ernste Widerstände aus beiden Lagern gefaßt machen. Die zeitgenössische Philosophie ist im Wesentlichen auf phänomenologischen Voraussetzungen aufgebaut, sie geht zumeist von der Subjekt-Objekt-scheidung aus und vermag, da das Bewußtsein, das cogito ergo sum des Descartes ihr eigentliches Fundament darstellt, für die entscheidenden psychoanalytischen Begriffe, vor allem für das Unbewußte wenig Verständnis aufzubringen.
Die Psychoanalyse ihrerseits ist von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ausgegangen und durchgängig auf naturwissenschaftlichen Erfahrungstatsachen aufgebaut. Ihre Zielrichtung mußte daher auch naturwissenschaftlich bleiben und einen Weg suchen, die durch Beobachtung gewonnenen Erfahrungen einmünden zu lassen in allgemein biologische Erkenntnisse. Der Biologie die großen Richtlinien für ihre weitere Forschung zu entnehmen, andererseits aber auch mit ihren eigenen Ergebnissen die biologische Forschung zu befruchten und zu bereichern, ist das vornehmste Ziel derjenigen Arbeiten Freuds gewesen, die, im Wesentlichen theoretischer Natur, die praktische Arbeit eines Menschenalters zusammenfassend auswerten.
So darf es uns nicht Wunder nehmen, daß aus historischen Gründen bisher von Kreisen, die der Analyse fern stehen, nicht ein einziger Versuch unternommen worden ist, die Ergebnisse der Freudschen Tiefenpsychologie systemphilosophisch auszuschöpfen; daß vielmehr alle jene philosophischen Arbeiten, die sich ernstlich um die Psychoanalyse bemühen, aus dem engen Kreis derer stammen, die sich Freuds Schüler nennen dürfen.
Ebenso wenig darf es uns aber in Erstaunen setzen, wenn wir den Schöpfer der Psychoanalyse immer wieder davor warnen hören, sich aus dem Felde sicherer Erfahrungstatsachen herauszuwagen und sich in mehr oder minder nebelhafte philosophische Spekulation zu verlieren. Eine dieser Warnungen, vielleicht die unmißverstä