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Wenn man, wie der Verfasser, auf den Trümmern des römischen Legionslagers Vindonissa residiert, das im ersten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung errichtet wurde, und aus dessen immer noch zu Tage geförderten Trümmern und Überresten man sich ein Bild zu machen sucht von der Kultur des damaligen Weltreichs, so greift man mit Interesse zur Darstellung des Lebens eines der Herrscher, die während jener Zeit an der Spitze des Imperiums standen, wie das in so gelungener und meisterhafter Weise Hanns Sachs in seinem Bubi Caligula versucht hat. Im Gegensatz zu den meisten Biographen erklärt er die Bizarrerien des Kaisers nicht mit ererbter Geistesstörung, mit Cäsarenwahnsinn, sondern aus den Jugend- und Umwelterlebnissen, und speziell sein Ende aus dem Todestrieb, der alles, was er tat, so zusammenhanglos und unsinnig es scheinen mochte, diesem einen unbewußten Zwecke dienen ließ, den Tod herbeizurufen und sich so vor der Verzweiflung und dem Selbstmord zu bewahren. [1, S. 175]1 So reizte er einen höheren, älteren Praetorianeroffizier, Cassius Chaerea derart mit Hohn und Spott, daß dieser eine Verschwörung anzettelte, der der Kaiser trotz deutlicher Warnung bei der Rückkehr von der Arena zum Palast zum Opfer fiel. Bei der Abnahme der Wachtparole zog Cassius das Schwert und schlug mit den Worten: Es soll gelten, da hast du's, auf ihn ein. Nach einer andern Version soll Chaerea ihn von hinten angegriffen haben, worauf sich die andern Verschwörer auf ihn stürzten und jeder sein Schwert in sein Blut tauchen wollten. [1, S. 203.]
Wir gehen wohl kaum fehl, wenn wir auch für eine Szene, die sich um 13 Jahrhunderte später, diesmal auf dem Boden des alten Legionslagers Vindonissa selbst in ähnlicher Weise abspielte, letzten Endes den Todestrieb verantwortlich machen, von dem der durch einen früheren Vergiftungsversuch einäugig gewordene römische Kaiser Albrecht I. von Habsburg [2] veranlaßt wurde, sich mit den Verschworenen allein über die Reußfähre setzen zu lassen, um an der