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Lös’ aus meinem Herz die Krallen, Heb’ dich weg von meiner Schwelle, — Sprach der Rabe: Nimmermehr:
Keine Tiergestalt hat als Symbol in Sage, Märchen, Dichtung, Folklore wohl eine derartige Verbreitung erfahren wie die des Raben. Jedermann ist die Bedeutung dieses Vogels als Todes- und Unglückskünder, als Galgenund Diebsvogel bekannt, sind die Ausdrücke wie „Unglücksrabe”, „Rabenmutter” etc. geläufig, sodaß es fast überflüssig erscheinen könnte, zu diesem Thema noch eine Mitteilung zu machen.
Die folgenden Ausführungen sollen jedoch nicht nur die Symbolbedeutung des Raben bestätigen sondern zeigen, daß dieselbe als unbewußtes Erbgut im Menschen bereit liegen und sich ohne bewußte Kenntnis schon beim kleinen Kinde äußern kann.
Daß bei 13- bis 15jährigen Schulkindern die Symbolbedeutung des Raben durchwegs bewußt und bekannt ist, nimmt nicht mehr wunder. Ich führe trotzdem das Ergebnis von 29 Aufsätzen über den Raben bei einer Schulklasse an, die ich der Liebenswürdigkeit von Herrn H. Zulliger (Ittigen) verdanke. Von diesen Aufsätzen enthält nur ein einziger keine direkte Symbolik. In den übrigen hingegen figuriert der Rabe 22mal als Todesvogel, davon einmal als Kinderräuber. Zweimal wird er ganz allgemein als Unglücksvogel angeführt, und mehrmals als bloßer Dieb, der mit Vorliebe glänzende Gegenstände oder auch Seife stiehlt. Interessant ist ein Aufsatz, worin erzählt wird, wie ein Rabe einen Ring stiehlt, das Kind als Dieb angeschuldigt und weggeschickt wird. Die Weisheit und Schlauheit des Vogels kommt in sieben Aufsätzen zum Ausdruck. Auch hier werden ihm prophetische Eigenschaften zugeschrieben. Wie als Todesvogel das Sterben so kann er als Vogel der Weisheit das Wetter voraussagen. Und zwar kündigt sein Erscheinen auf dem Dache Schnee, Winter oder Regen an. Einmal wird der Rabe als Begleiter des Teufels dargestellt, ein andermal als Vogel, der die Toten auffrißt. Die grausamen Eigenschaften des Tieres gibt eine Schilderung, wo ein Mann von einem