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„Nur immer zu! Wir wollen es ergründen, In deinem Nichts hoff ich das All zu finden”.
Es ist schon weit über sechzig Jahre her, daß ich, etwa sieben Jahre alt, noch ganz umfangen von den Träumereien kindlicher Spiele, meinem Vater eines Morgens voller Freude mitteilte, ich hätte soeben die Kunst entdeckt, wie man das ganze Weltall, ja, das ganze Weltall! — in zwei Teile teilen könne. Und als mein Vater nun lachend zu wissen verlangte, wie ich dies anzustellen gedächte, zog ich sogleich eine leere Pappschachtel hervor und setzte den Deckel darauf.
„So,” rief ich stolz, „jetzt habe ich die ganze unendliche Welt in zwei Teile geteilt: in den, der in der Schachtel drin ist, und in den, der draußen bleibt!”
Dies sollte damals beileibe kein Scherz sein, und es fehlte mir nur der Mut, eine Ahnung auszusprechen, die sich mir gleichzeitig aufgedrängt hatte, und die mir wie ein Zaubermärchen erscheinen wollte: daß jener Teil des Weltalls, der von meiner Schachtel eingeschlossen wurde, und der andere, von ihr draußen gelassene, eigentlich mit einander identisch seien, daß der eine die „Umstülpung” des anderen sei, daß sie einander in jeder Hinsicht entsprächen und an Fülle und Mannigfaltigkeit gleichwertig seien. Solche Vorstellungen beglückten mich über alle Maßen; sie gaben mir das Gefühl, daß ich selber in meinem Innern unausprechlich große Reichtümer verwahrte.
Diese Art von träumerischer Raumes- und Weltanschauung hat mich aber auch in reiferen Jahren nie mehr ganz verlassen, und so war es auch das Wunder der geschlossenen Linien, insbesondere aber des Kreises, das mich immer wieder gefangennahm. Nicht allein die große Schönheit und Harmonie der den Mittelpunkt umschließenden, gleichartigen Rundung: auch hier wiederum erschien mir besonders merkwürdig, daß diese Linie die unendliche Ebene auf eine eigenartige Weise in zwei Teile zerlegt, in ein endliches, von der Kreislinie eingeschlossenes und ein unendliches, sie außen umringendes