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Es darf nicht verhehlt werden, daß es viele Psychoanalytiker gibt, die meinen, Dr. Groddeck, der Verfasser des psychoanalytischen Romans „Der Seelensucher” und des vielumstrittenen Werkes „Das Buch vom Es” eröffne mit seinen kühnen Deutungen und phantasievollen Verknüpfungen zwar immer auch reichlich fruchtbare Möglichkeiten für die Psychoanalyse, aber er überschätze stark die Bedeutung des Unbewußten für das organische Geschehen und gefährde dadurch — unbekümmerten Verhaltens, fast sogar des Provozierens froh — das mühselig errungene wissenschaftliche Ansehen der Psychoanalyse. Solche Bedenken — mögen sie nun am Platze sein oder nicht — können jedenfalls kein Grund sein, einen Autor, der stets so viel Überraschendes zu sagen weiß und manches zum Denken gibt, nicht zu Wort kommen zu lassen. Die psychoanalytische Bewegung stellt keine Sekte dar, in der jeder Einzelne für jeden Andern zu haften hat. Auch bei uns gilt, daß dem Verfasser von seiner eigenen Verantwortlichkeit nichts abgenommen wird, und daß andererseits auch für seine Meinungsäußerung sich kein anderer, dem es nicht paßt, verantwortlich fühlen muß. Dem Leser aber muß besonders noch gesagt werden, daß er, diesem Aufsatze Groddecks gegenübergestellt, die Gefahr einer voreiligen und mangelhaft fundierten Urteilsbildung von sich ziemlich abwehren kann, wenn er sich vornimmt, kein Urteil zu fällen, ehe er nicht die Groddeckschen Ansichten im Zusammenhange kennt, wie sie im „Buch vom Es” dargeboten werden. St.
In den zehn Jahren, die seit meinen letzten Mitteilungen über die Arbeitshypothese vom Es des Menschen verstrichen sind, hat sich nichts ereignet, was mich veranlassen könnte, diese vielfach erprobte Betrachtungsart aufzugeben oder etwas Wesentliches daran zu ändern.
Die Behauptung, daß alles Menschliche von diesem in unaufklärbares Geheimnis gehüllten Wesen abhängig ist, halte ich aufrecht, und ebenso bleibe ich dabei, daß Niemand in die Tiefen des Es hineinschauen kann.
Dagegen kann ich Einiges von jenen