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In Schillers Gedicht vertraut der Sterbende, den Räuber überfielen, den vorüberfliegenden Kranichen die Rache an und der Mörder verrät sich selbst, da er die Vögel wiedersieht. Was wir in dem Gedicht beobachten, ist ein psychischer Vorgang. Das Erscheinen der Kraniche ist nur ein auslösendes Moment für die folgende Szene, das Wesentliche ist der unbewußte Geständniszwang des Mörders1. Man ist versucht, die ursprüngliche Form der Sage von der Ermordung des Ibykus zu rekonstruieren2, indem man die uns bekannten Glaubensvorstellungen antiker und primitiver Völker über die Eruierung unbekannter Verbrecher heranzieht.
Wir finden, daß der einfachste Weg zur Ermittlung eines unbekannten Mörders im Glauben der Primitiven der ist, den Toten zu befragen. Hier wollen wir den Fall ins Auge fassen, daß der Ermordete diesen kriminalistischen Dienst nicht leisten kann oder nicht leisten will. Einer der Wege, der dann zur Eruierung des Verbrechers führt, ist der des Tierorakels. So berichtet J. Dawson über bestimmte australische Stämme, daß Indizien für die Schuld des oder der Zauberer in einem Mordfalle in dieser besonderen Art gewonnen werden: wenn der Leichnam begraben ist, wird die Oberfläche des Grabes geglättet. Die erste Ameise, welche darüberläuft, zeigt die Richtung an, in welcher der Stamm wohnt, der den Tod verschuldet hat3. Diese Ameise beantwortet hier an Stelle des Toten die Frage nach dem Mörder. Bei den Watchandis Australiens4 wird der Erdboden rings um das Grab von Steinen, Pflanzen usw. entblößt und dann mit besonderer Sorgfalt völlig eben gemacht. Jeden Morgen sieht man dann nach, ob ein lebendes Wesen hier passiert hat. Sicherlich entdeckt man früher oder später Spuren irgendeines Tieres (es kann