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Wenn ein Mann wie Freud nach jahrzehntelanger vertiefter Arbeit daran geht, aus den zahllosen an ihm als Arzt und Psycholog vorübergezogenen Menschen bestimmte wiederkehrende Typen herauszuheben, muß dies unser größtes Interesse erregen. „Das eigentliche Thema der Menschheit ist der Mensch.”
Um die Masse unserer Beobachtungen zu klären, führt Freud nicht Typen an, die auch körperliche Merkmale aufweisen, wie die Typen von Kretschmer in seinem bekannten Buch „Körper und Charakter”. Vielmehr handelt es sich in der jüngsten kleinen Arbeit1 um nur psychologisch charakterisierte Arten, deren Einteilungsprinzip hier nicht näher berührt werden soll, vielmehr soll hier, von aller Theorie frei, einem größeren Leserkreis nur der Reigen dieser Typen normaler, gesunder Menschen vorgeführt werden.
Freud sieht hier von aller „mikroskopischen” Betrachtung ab, die er sonst übt, auch von den Triebanlagen und vom Mechanismus der seelischen Entstehung hören wir nichts; es ist eine neue Betrachtungsart der lebendig unter uns wandelnden Typen, unter besonderer Hervorhebung ihres kulturellen Wertes. Neben den objektiven Bildern werden wir also auch die Anlegung eines subjektiven Maßstabes vorgeführt bekommen.