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Daß der Verfasser von der Psychoanalyse nicht viel hält, wenigstens solange nicht, bis er selbst sie nicht verbessert und verwissenschaftlicht hat, wissen wir bereits aus seiner 1928 erschienenen Dissertation (besprochen in „Psychoanalytische Bewegung” III, 1931, S. 93). Seine neue Veröffentlichung ist das Ergebnis von mehrjährigen Arbeiten im Psychologischen Institut in Wien, wo man bekanntlich unter der Leitung von Prof. Bühler und Frau Prof. Bühler seit einiger Zeit mit herablassendem Wohlwollen bereit ist, der Psychoanalyse einigen Schliff beizubringen, indem man ihrem Messer zuerst den Griff und dann die Schneide auswechselt. Im Vorwort kündigt der Verfasser an, er habe „neue Tatsachen und Gesetzmäßigkeiten aufgezeigt, die geeignet erscheinen, die bisherigen Anschauungen von wissenschaftlicher Traumdeutung, speziell die einschlägigen Theorien Freuds einer einschneidenden Korrektur zu unterziehen. Vor allem soll die bisherige Regellosigkeit der Traumdeutung, bezw. ihre Überfruchtbarkeit an Regeln, die gegenseitig oft im krassen Widerspruch standen, … einer systematischen Behandlung weichen.” Noch deutlicher äußert sich der Verleger im Waschzettel: „… bringt zum ersten Male die exakt wissenschaftliche Widerlegung der meisten psychoanalytischen Aufstellungen über den Traum und Alltagspsychopathologie… Lehnt gleichzeitig die psychoanalytische Methode ab, mittels der freien Einfälle zum Unbewußten zu gelangen.” Die psychoanalytischen Begriffe (S. 16 des Buches) seien so unbestimmt, so schwankend und beweglich, daß sie nirgends der Forschung als feste Richtschnur dienen können. „Vor allem sind sie aber unbewiesen…”
Im ersten Teil des Buches entwickelt Siebert seine These vom psychischen Automatismus. Im zweiten Teil wendet er sie auf die Fehlleistung des Alltags an, wobei er zum guten Teil Freudsche Beispiele heranzieht. Zusammenfassend betont er der Psychoanalyse gegenüber, daß die Fehlleistungen „nicht langwierige Prozesse im Unbewußten, wie Verdrängungen, Mitverdrä