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Die Entdeckung des „Analcharakters” durch Freud gehört zu jenen ergiebigen Funden der Psychoanalyse, deren Ausbeutung noch lange nicht zu Ende ist. Insbesonders ist es die soziologische Bedeutung, die — wohl schon geahnt — noch lange nicht ausreichend erfaßt ist. Pfisters Untersuchung über den Geldgeist des klassischen Kapitalismus (die bekannte Anregung Max Webers betreffend den Geldgeist des Puritanismus aufgreifend), Laforgues Arbeiten über die libidinösen Beziehungen zum Gold, Wintersteins vor kurzem erschienene Abhandlung über die Arbeit sind vorläufig gleichsam nur Ansätze, die ahnen lassen, welche grundsätzliche Bereicherung die politische Geschichte, die Soziologie und die Nationalökonomie bei Anwendung der trieb-psychologischen Ergebnisse noch erfahren werden können. Von allen Erfahrungen, die die Psychoanalyse bei der Beobachtung der Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der Partialtriebe und der des individuellen Charakters gemacht hat, sind jene über die Beziehung zwischen der infantilen Analerotik einerseits und dem in der Beziehung zum Besitz, bezw. zum Geldausgeben gefühlsbetont spezifischen Charakter andererseits, wohl die gesichertsten; daher darf man begreiflicherweise auch bei Anwendung auf kollektivpsychische Erscheinungen gerade von den Thesen vom Analcharakter, von den psychoanalytischen Befunden über Geiz und Verschwendung reichlich Aufschlüsse erwarten. Da es sich dabei um Phänomene handelt, die von der außerpsychoanalytischen Psychologie besonders vernachlässigt worden sind, wird dem zukünftigen psychoanalytischen Bearbeiter dieser Fragen eine kürzlich erschienene Arbeit von Maximilian Beck, gleichsam als außerpsychoanalytische, philosophische Vorarbeit, sehr gelegen kommen. „Der Geiz als Wurzel der heutigen, sogenannten faustisch - dynamischen Kultur” ist der Titel dieser Untersuchung, erschienen in den von Beck selbst geleiteten „Philosophischen Heften” (III. Jg., Heft 1/2). Der Geiz ist für Beck nicht etwa bloß ein interessantes Detailpr