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Wie würde Dich die Einsicht kränken:
Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken,
Das nicht die Vorwelt schon gedacht?
Mephistopheles in Faust II.
Tout est dit, et l'on vient trop tard
depuis plus de sept mille ans qu'il y a des
hommes … et qui plagient.
La Bruyère.
Die Schwierigkeiten der Plagiatfrage1 beginnen bereits bei der Definition. Es gibt eine Reihe solcher Definitionen, die für unsere Zwecke wertlos sind, weil sie lediglich die bewußten Motive berücksichtigen und im Plagiat eine mehr oder weniger planmäßige und geschickte Gaunerei sehen. So sagt etwa das österreichische Gesetz:
„Wer in der Absicht zu täuschen, ein fremdes Werk mit seinem eigenen Namen oder ein eigenes Werk mit dem Namen eines anderen versieht, um dasselbe in Verkehr zu setzen, oder wer wissentlich ein solches Werk in Verkehr setzt, macht sich, auch wenn kein Eingriff in ein Urheberrecht vorliegt, eines Vergehens schuldig, insoferne nicht strengere Bestimmungen des Strafgesetzes eingreifen.”