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Es bedarf keiner Tiefenpsychologie, um festzustellen, daß Unzufriedenheit mit dem eigenen Erfolg gar oft dazu führt, daß man andere herabsetzt, namentlich solche Personen, die in irgend einem Sinne an unserer Wiege gestanden sind, also anscheinend an unserem Mißerfolg, z. B. unserer Unproduktivität, irgendwie schuld sind oder schuld zu sein scheinen. So wälzt nicht selten der Sohn oder Schüler in einer Laune die Schuld auf den Vater oder Lehrer, und gibt dann das Bild einer häßlichen und ungerechten Undankbarkeit.
Solche aus der Verstimmung über die eigene Kleinheit entspringende Vorwürfe verraten ihre Geburt aus Affekt nur zu deutlich: sie verleugnen — da sie einmal ins Schimpfen und Entwerten geraten sind — auch das, was sie einst dankbar angenommen und begeistert vertreten haben.
Härte und Strenge mögen da besonders stark hervorgehoben werden: und so macht denn Jung Freud den „Fanatismus eines Ketzerrichters”, seinem System „Absolutismus” und „Starrheit des Dogmas” zum Vorwurf.
Er klärt dann Freud, den Betoner der Determiniertheit alles Seelischen, darüber auf, daß auch seine Lehre „nicht vom Himmel gefallen” sei. Die Psychoanalyse sei nur die Reaktion auf das Victorianische Zeitalter und habe nicht etwa neue Wege und Wahrheiten gekündet.
Bei seinen Ausführungen über diese Entdeckung passiert Jung das Malheur, das Victorianische Zeitalter als ein „Zeitalter der Verdrängung” zu bezeichnen: die Verdrängung aber sollte ihm nie eine „neue Wahrheit” gewesen sein!?
Wenn Jung aber die Verdrängung anerkennt, wie kann er sich wundern darüber, daß Freud oft nachgewiesen hat, daß etwas „dahinter stecke”!?
Ferner sind bei dergleichen aus Enttäuschung geborenen faktiösen Schülereinstellungen Übertreibungen, Benützung aus unreinen Quellen bezogener