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Die Richtung gebende, in dieser Zeitschrift (1930, Heft 1 und 2) dankbar anerkennend referierte Schrift von Dozent Walter Muschg „Psychoanalyse und Literaturwissenschaft” fand auch im „Philosophischen Jahrbuch der Görresgesellschaft”, Band 44, eine Besprechung durch H. Fels. Diese Besprechung ist ein so charakteristisches Beispiel einer faktiösen, die Wahrheit entstellenden Darstellung, daß wir nicht unterlassen wollen, sie niedriger zu hängen.
Es wird nur der kritische Teil referiert, der für die Psychoanalyse lobende aber unterschlagen! Gibt es keine Objektivität für den Referenten? Geht die Wahrheit, wenn sie dem Referenten voll vorgefaßter Meinung auch gegen den Strich geht, nicht vor?
Daß Muschg im Schluß-Appell seiner Arbeit die Stunde für gekommen erklärt, wo die Literaturwissenschaft nicht länger darauf verzichten sollte, sich in Ehren und zu ihrem eigenen Gewinn auf die Auseinandersetzung mit ihrem Rivalen Psychoanalyse einzulassen, wird ebenso verschwiegen, wie das Eingeständnis drohender Entfremdung der Literaturwissenschaft vom Leben der eigenen Epoche, gegen die empfohlen wird, auch die Stimme der Psychoanalyse als die der lebendigen Gegenwart zu hören. Die Psychoanalyse wird ja hier vielfach auch gerühmt und gegen Mißverständnisse in Schutz genommen, z. B. heißt es: Freud habe die Grundvoraussetzung aller wissen schaftlichen Kunstbetrachtung klar und schön ausgesprochen. Die Förderung der Symbolik sei dankbar anzuerkennen; die Frage des künstlerischen Realismus sei durch die Psychoanalyse auf einer neuen Grundlage zur Diskussion gestellt, womit sich die Wissenschaft von der Dichtung noch ausgiebig beschäftigen werde. Freuds Werk sei zum mindesten als Ferment in der Entwicklung der modernen Dichtung für die Literaturhistoriker interessant geworden etc. All dies verschweigt Herr Fels hartnäckig und schließt sein Referat mit der Bemerkung, die Schrift interessiere mehr den Philologen als den Philosophen, „da der philosophische Wert der Psychoanalyse nicht m