You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In Bergen in Norwegen existiert ein Institut mit dem erfrischenden Namen „Chr. Michelsens Institut für Wissenschaft und Geistesfreiheit”, welches Arbeiten auf dem Gebiet der Religionsforschung fördert. Der dort arbeitende Dr. theol. Kristian Schjelderup verband sich zur vorliegenden Untersuchung mit seinem Bruder, dem Psychologie-Professor Harald Schjelderup in Oslo. Beide Psychoanalytiker bringen hier auf Grund praktisch-analytischer Befunde wertvolle Beiträge zur Lösung des Problems der religiösen Erlebnisformen und ihrer psychologischen Grundlage. Die Religionspsychologie erfährt durch diese Untersuchungen eine wesentliche Förderung. Eine früher veröffentlichte, ausführliche Analyse eines Falles von Zungenrede durch Harald S. ergab bereits die wesentlichsten Resultate, die aber noch in zehn anderen Analysen bestätigt wurden, deren Dauer zwischen drei Monaten und zwei Jahren schwankte. Fünf betrafen Theologen. Das Hauptinteresse wurde dem Zusammenhang zwischen dem Typus der vorherrschenden religiösen Einstellung und den Kindheitseindrücken zugewendet, die während der Analyse als Hauptdeterminanten dieser Einstellung hervortraten.
Es ergaben sich drei Typen: 1. In der ersten Gruppe (4) war die religiöse Einstellung beherrscht von der Sehnsucht nach dem Göttlichen, dem Verlangen nach Gottesnähe und Gottvereinigung, nach Verschmelzung mit dem Göttlichen, nach Frieden und Ruhe in Gott. Analytisch steht in allen diesen Fällen, in denen Schuldgefühl und Sühne erlangen unmittelbar keine wesentliche Rolle spielten, das Verhältnis zur Mutter als dasjenige Element im Vordergrund, das für den Typus der religiösen Lebenseinstellung unmittelbar bestimmend ist.
2. Die zweite Gruppe umschließt vier Fälle, in denen die religiöse Einstellung durch Schuldgefühl, Furcht, Sühneverlangen sowie Unterwerfung charakterisiert wird. Analytisch steht bei allen diesen Fällen das Verhältnis zum Vater im Vordergrund.
3. In einer dritten Gruppe endlich deckte die Analyse eigentümliche Phantasien v