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In seinem letzten Drama „Vor Sonnenuntergang”, das eine erschütternde Darstellung der Tatsache ist, daß Väter in ihren Kindern auch unbewußte Feinde heranziehen, nennt Gerhart Hauptmann die Psychoanalyse ausdrücklich.
Im ersten Akt wird in einer Unterredung zwischen dem Helden des Dramas und seinem Freund folgendes gesagt:
Professor Geiger: Du hast eine Perle von einer Tochter.
Geheimrat Clausen: Dein Wort in Ehren: es gleicht dem Stempel, den man auf eine Wahrheit drückt.
Professor Geiger: Deine Bettina liebt dich abgöttisch.
Geheimrat Clausen: Auch das ist auf eine Weise wahr, die mir manchmal bange macht.
Professor Geiger: Töchter schwärmen nun einmal meistens für ihre Väter. Ich lasse mich auch von meiner Tochter, so oft es ihr Spaß macht, Wotan oder Zeus nennen.
Geheimrat Clausen: Es liegen aber Gefahren in solchen Verzückungen, die der Psychoanalytiker kennt und die beiden Teilen recht unbequem werden können. Übrigens bin ich Bettina wirklich zu Dank verpflichtet, sie ist ein liebes und braves Kind.
Apropos: erzählt deine Tochter dir manchmal Träume?
Professor Geiger: Nein, dazu ist Alice zu praktisch gerichtet. Höchstens spricht sie von Boating, Gymnastik und Unterricht.