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Mit Dr. Ferenczi, der am 22. Mai nach längerer Krankheit einem Herzschlag erlegen ist, geht einer der begabtesten Jünger Freuds, einer der bedeutendsten Förderer der psychoanalyse dahin. War der schon mit kaum 50 Jahren unseren Reihen entrissene Karl Abraham der Klassiker unter den Mitaufbauern der Psychoanalyse, so repräsentiert Ferenczi, auch zu früh, mit 60 Jahren geendet, den Romantiker. Geistreich, phantasiebegabt, selbstständig weiterdenkend, hat er originelle Werke geschaffen, die eine Fülle von Anregungen ausstrahlen, wie z. B. sein „Versuch einer Genitaltheorie”, ein Buch, das seine ausgezeichnete naturwissenschaftliche Bildung verrät. Seine Arbeiten „Die Entwicklungsstufen des Wirklichkeitssinnes”, „Introjektion und Übertragung” zur Psychoanalyse der Paranoia und der paralytischen Geistesstörung verdienen als grundlegende hervorgehoben zu werden.
Eine Fülle kleiner Arbeiten beweist Ferenczis Vielseitigkeit, seinen Scharfsinn im Beobachten der Kranken, sein Eindringen in die tiefsten Vorgänge während der Psychoanalyse. Sein offenes Auge konstatierte originelle klinische Zusammenhänge,