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Das seelisch Unbewußte, jenes besondere Gebiet der Seele, mit dem sich die Psychoanalyse befaßt, ist weit entfernt davon, einen bloßen Sammelplatz vergessener und unnützer Vorstellungen zu bilden. Es ist ganz im Gegenteil die wichtigste Triebkraft unseres Lebens, die Quelle fast aller unserer seelischen Kräfte. Auf zweierlei Art beeinflußt es unser bewußtes Seelenleben: Es arbeitet entweder, in bewußte Energie umgewandelt, als Bundesgenosse mit uns, oder aber es bleibt abseits und kommt uns, wo es nur kann, in die Quere. Wir wollen uns nun mit dem ersteren Falle befassen. Die Impulse aus dem Unbewußten, primitive Begierden und Strebungen jeglicher Art, werden gewöhnlich in bewußte Strebungen und Interessen umgewandelt. Doch geht diese Umwandlung nur unter gewissen Bedingungen vor sich, nämlich nur dann, wenn sie sich so abändern und verfeinern lassen, daß sie eine automatisch, ohne unsere bewußte Kenntnis arbeitende, strenge innere Zensur ungehindert passieren. Sie müssen deren Prüfung standhalten können. Eine Neigung zur Grausamkeit oder zum Verbrechen wird nur dann den Zutritt zum bewußten Interesse erlangen können, wenn der Betreffende nicht gewahr wird, daß in einem Teilbezirk seines Wesens derartige Triebe wohnen. Dann kann er sich nach Herzenslust an Detektivgeschichten und Mordprozessen ergötzen oder er mag, falls er die Dinge ernster nimmt, Verteidiger oder Richter, Metzger oder Chirurg werden, oder sonst eine Laufbahn einschlagen, in der das Interesse am Töten oder Verwunden eine wesentliche Rolle spielt. Alles geht in Ordnung, insolange die Bedingung erfüllt erscheint, daß die Umwandlung des Urtriebes sich glatt und vollständig erfüllt.
Ich habe Sie hier mit zwei verschiedenen Ideen bekannt gemacht, die beide ungemein schwierig aufzufassen sind. Es ist außerordentlich sonderbar, sich vorzustellen, daß das, was wir vertrauensvoll als unser Inneres zu betrachten gewohnt sind, als dasjenige, was wir durch und durch zu kennen glauben, unser bewußtes Ich, unser