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Die Arbeiten der Freudschen Schule haben entscheidend an der Formulierung der Physiognomie unserer Zeit mitgewirkt. Es ist nicht verwunderlich, daß, besonders in Kreisen ihrer Gegner, die Frage nach ihrer wissenschaftlichen Einordnung nicht selten aufgeworfen wird, die Frage, wie sich die Psychoanalyse zu dem Bau der Wissenschaften, insbesondere zur Philosophie, verhält. Bei solchen und ähnlichen Problemstellungen wird aber meist der eigentliche Charakter der Freudschen Lehre verkannt. Man glaubt, in ihr ein subjektivistisches1 oder ein rationalistisches2 oder ein mystisches System3 zu sehen, und auch Fragesteller, die sich Mühe geben, sachlich zu bleiben, verfallen nur zu leicht in den Fehler, in unpsychoanalytisch aufgefaßten psychoanalytischen Terminis gegen Windmühlen anzukämpfen4.
Was stellt die Freudsche Lehre tatsächlich dar? Sie ist nicht einfach eines der Systeme der Psychologie, wie sie von jedem Katheder, von den andern immer abweichend, vorgetragen werden, sondern zunächst die begriffliche Grundlage einer Technik. Als solche umfaßt sie eine Theorie, die sich in der Tat früheren psychologischen Systemen anschließt, soweit es sich um die Form der Terminologie handelt. Doch erscheint diese Theorie vom formalen Standpunkt lückenhaft;