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„Gerade an dem Punkte, wo die Psychoanalyse am meisten bekämpft wird, wo sie den größten Widerstand bei den Vertretern des alten Denk-systems erregt, gerade da liegt ihre Hauptstärke, gerade da ist sie zukunftsträchtig. Man ist in ärztlichen Kreisen, bei Internisten und Psychiatern, heutzutage schon weitgehend bereit, anzuerkennen, daß Freud glänzende Arbeit geleistet hat, um Funktionsstörungen, die in keinem körperlichen Krankheitsbefund begründet sind, als Verdrängungen und Verschiebungen von Affekten zu erkennen und psychoanalytisch zu heilen. Dagegen weigert man sich noch immer, auf breiter Front die Hauptposition der Psychoanalyse gelten zu lassen, welche behauptet, daß der Mensch, sobald er vom Leben enttäuscht und zurückgeschlagen wird, die Neigung zeigt, in vorgeburtlichen Zustand zurückzuflüchten und im Schutzraum des Mutterleibes Schutz zu suchen.
Diese Mutterleibsregressionen, diesen Embryonaltrieb des Menschen entdeckt zu haben, welcher soziologisch nichts anderes bedeutet, als eine starke Tendenz, aus dem Patriarchat in unechte und fiktive Formen des Matriarchats zurückzufallen, ist aber die bei weitem wichtigste Leistung für die Soziologie der kommenden Jahrzehnte, denn es ist garnicht zu vermeiden, daß in den entmündigten, zwangläufig verkindlichten Arbeitslosenmassen und Rentnerschichten jeder Art gefährlichste Formen des Infantilismus ausbrechen, falsche Beschaulichkeit, Spielsucht, unechte Religiosität und Scheinformen des Schöpfertums. Hierin liegt nicht der geringste Vorwurf gegen die von diesem Schicksal befallenen Menschenmassen, aber von Fruchtbarkeit, von Vaterschaft und Mutterschaft abgeschnitten, durch die chronische Arbeitslosigkeit in einen Zustand säuglingshafter Abhängigkeit zurückgedrängt, von der ernsten soziologisch fruchtbaren Lohnarbeit und leerlaufende Basteleien und Spielerei abgeschoben, werden sie in ihrem erzwungenen Parasitismus massenhaft dazu verführt werden, dem „Wohlfahrtsstaat” gegenüber sich als kleine Kinder und als Emb