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Meine Damen und Herren!
Das Thema „Zur Psychologie der Geschlechter”, über das ich heute zu Ihnen zu sprechen die Ehre habe, ist umfangreich und inhaltschwer. Die Begrenzung, die mir der Rahmen zweier kurzer Rundfunkvorträge hiefür bietet, ist außerordentlich eng; und so muß ich mich darauf beschränken, die in meinem Thema enthaltene Problematik nicht erschöpfend behandeln zu wollen, sondern sie nur von gewissen Fragestellungen aus zu beleuchten. Und zwar soll unsere Betrachtungsweise, namentlich im zweiten Vortrag, durch eine bestimmte tiefenpsychologische Methode ermöglicht werden, durch die Psychoanalyse Sigmund Freuds.
Die Fragen, die Sie, meine verehrten Hörerinnen und Hörer, an unserem Thema interessieren dürften, sind die: Gibt es überhaupt eine geschlechtlich differenzierte Psychologie? Das heißt: ist die seelische Struktur der weiblichen Persönlichkeit eine andere als die des Mannes? Wo liegen die seelischen Differenzpunkte der Geschlechter und welche Bedeutung haben diese Differenzpunkte für die Beziehungen der Geschlechter zueinander?