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(Vortrag, gehalten in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 22. Februar 1933.)
Napoleons Märchen kommt mir gerade so vor, wie die Offenbarung Johannis: es fühlt ein jeder, daß noch etwas drinsteckt, er weiß nur nicht was.
„— — beträgt doch nach F. Kircheisen die Bibliographie des napoleonischen Zeitalters — die überdies keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt — 80.000 Publikationen. Diese gigantische, kaum einer anderen Geschichtsepoche auch nur annähernd zukommende Ziffer weist ja darauf hin, daß hier Probleme und Motive in Frage kommen mögen, welche in abgründiger Tiefe verborgen liegen und deshalb den selbst mit so beispielloser Emsigkeit betriebenen gewöhnlichen Methoden der Geschichtsforschung entweder vollends widerstehen oder durch dieselben nur unzulänglich und unbefriedigend aufgehellt werden, so, daß sich diese mit der wohl am tiefsten dringenden und aufschlußreichsten, der psychoanalytischen Methode kombinieren, ja stellenweise, an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, der Psychoanalyse sogar ganz das Terrain überlassen müssen.”
Charles Maurice Graf Talleyrand-Périgord, Bischof von Autun, Fürst von Benevent, war Napoleons langjähriger Außenminister. Seine Konflikte mit dem Kaiser, die bei Napoleon ungewöhnliche Langmut, sich Wahrheiten offen sagen zu lassen, die einem andern Kopf und Stelle gekostet hätten, die Tatsache, daß Napoleon jahrelang dieses Agieren des Grandseigneurtums und das provokante Zur-Schau-stellen des kaiserlichen Parvenütums durch Talleyrand sich gefallen ließ und endlich — und vor allem — die Untätigkeit, mit der Napoleon Talleyrands jahrelange Vorbereitungen zum Verrat und diesen selbst duldete, bilden ein Problem, das die Historiker und Biographen nicht gelöst haben und für das sie als Antwort kaum mehr als ein Fragezeichen auftischen. Es wird zu zeigen