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Die wesensnotwendigen Zusammenhänge zwischen Produktivität und Depression ergeben eigentlich nur ein Thema der vorliegenden (es sei vorweg bemerkt: nicht leicht lesbaren und schwer zu übersehenden) Abhandlung des Schweizer Psychiaters, der, mit dem Ziel, den trügerischen Aspekt des Psychopathischen beim Schaffenden als solchen zu entlarven, seiner Untersuchung
eine weitere, existenziale Betrachtungsweise zugrundezulegen bemüht bleibt. Die vom Autor erstaunlich fein beschriebenen innerseelischen Phasen des Produktionsprozesses dürfen, meint er, mit den Periodizitäten der manisch-depressiven Zustände (auch in ihren milderen Ausprägungen) keineswegs, wie es gerne geschieht, gleichgestellt werden. Der richtige medizinische Psychopath ist ja im Gegensatze zu dem Schaffenden auch zu keinem gesammelten Erleben, entschiedenen Wollen und Müssen, zu keiner richtigen seelischen Ökonomie fähig. Und was für den Produktiven gilt, zeigt sich mehr minder in jeder Lebenskrise, beim leidenschaftlich Liebenden sowohl als auch beim Gläubigen: Aufschwung und Sturz, selige Hochgestimmtheit und tiefste Niedergeschlagenheit. Auf Schöpfung folgt Erschöpfung. Depression hat also in bezug auf Produktion nur eine reaktive (nicht endogene) Bedeutung. Anderseits können auch zur Abwehr beliebig motivierter Verstimmtheiten produktive Vorgänge in Tätigkeit gesetzt werden, um Erlösung aus dem Leiden oder aus dem seelisch nur irgendwie bewegenden Erlebnis durch Produktion zu bringen. Freilich muß bei dem betreffenden Menschen der Drang zur Gestaltung schon an sich gegeben sein. Diese Gerichtetheit auf das Werk macht aus einem Rembrandt einen im sozialen Sinn Unverständigen, was aber nicht mit dem mehr biologisch orientierten Begriff des Psychopathischen zusammenfällt. Umgekehrt ist zum Beispiel der sonst sehr psychopathisch wirkende E. Th. A. Hoffmann als Jurist ein normales Mitglied der menschlichen Gesellschaft gewesen. Wesentlich ist dem Verfasser, daß die ähnliche Erscheinungsform nicht dazu fü