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Jones: Sie wissen ja, Prof. Burt, daß ich der Ansicht bin, der Universitäts-Psychologe sei geneigt, menschliche Wesen zu behandeln, als wären sie zu dem Zwecke geboren, kleine Philosophen oder auf jeden Fall kleine Gelehrte zu werden, deren Seelen nichts enthielten als einen auszubildenden Verstand und deren Schädel nur aus Hohlräumen zum Einfüllen von Kenntnissen besteht. Nehmen Sie Ihre eigene Beschreibung des menschlichen Geistes. Sie haben uns mitgeteilt, daß er Sinnesempfindungen, geistige Vorstellungen, Ideenverbindungen und schließlich Verstand enthalte. Doch das ist bloß die Oberfläche. Sie blicken nicht in die Tiefen. Sie nannten die Intelligenz die wichtigste menschliche Gabe. Hat nicht einer oder der andere Ihrer Hörer sich bei Ihnen erkundigt, warum Sie den Charakter gar nicht berührten?
Burt: Ziemlich viele haben diese Frage gestellt. Ich bekam einen ganzen Pack Briefe, in denen ich interpelliert wurde, ob nicht der Charakter, die Willenskraft, ja selbst die Phantasie ebenso wichtig seien wie Intelligenz oder Urteilskraft. „Wohin wären Newton oder Napoleon gekommen”, schreibt einer, „wenn sie nicht außer Verstand auch Phantasie besessen hätten?”
Jones: Richtig! Und wie stellen Sie sich zu dieser Frage?
Burt: Ich lasse den Einwand gelten. Allein das Leben ist kurz und die Psychologie ein weites Feld. In zwei halbstündigen Vorträgen
konnte man bloß gewisse Teilfragen herausarbeiten, darum beschränkte ich mich vorerst auf die Verstandesseite, was aber keineswegs besagen will, daß ich Gefühl und Charakter als unwichtig außer acht lasse.
Jones: Warum halten Sie die beiden auseinander? Meinen Sie nicht daß das ein wenig irreführend sein könnte?
Burt: Ich will da durchaus keine Trennung konstituieren und behandle sie nur aus didaktischen Gründen jede für sich. Man kann den Geist natürlich nicht entzweispalten. Intelligenz und Charakter — die Verstandes- und die Gefühlsseite — sind (darin stimme ich Ihnen vollständig bei) untrennbare Teilansichten. Wir erkennen de