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Der im Norden Europas lebende Autor leugnet, daß es eine natürliche Eigenschaft der Frau sei, einen dem des Mannes entsprechenden Orgasmus zu haben. Er meint, man müsse hier eine entwicklungsgeschichtliche Untersuchung, nicht eine statistisch-kasuistische Betrachtung in den Vordergrund stellen.
Es gebe nur ganz wenige exzeptionelle Fälle im Tierreich, in denen auch beim weiblichen Tier ein Orgasmus nachweisbar ist, während er beim männlichen Tier schon auf sehr niedrigen Stufen festgestellt ist.
Nur beim Männchen sei ein Orgasmus vorgesehen, als ein psychosensorischer Fixationsreflex, neben Fixationsorganen: denn der Koitus des Männchens darf eben nicht vor der physiologischen Beendigung, der Deponierung des Spermas, abgebrochen werden.
Das weibliche Tier kann, durch das Männchen fixiert, den Koitus gar nicht abbrechen, hat keine zu entleerenden Sekrete — ein weiblicher Orgasmus sei also teleologisch, sei a priori nicht zu erwarten.
Nur wo auch vom Weibchen etwas entleert würde oder, wo das Fehlen genügender Fixationsorgane die Notwendigkeit des Verbleibens des Weibchens durch seine Lust verständlich machen würde, wäre ein weiblicher Orgasmus nötig; und es wird nun tatsächlich nachzuweisen versucht, daß bei den zwei einzigen Tierarten, wo diese Bedingungen vorliegen, Knochenfischen und Schwänen, der weibliche Orgasmus einzig zu beobachten ist.
Die bisherige willkürliche Annahme, der weibliche Orgasmus sei im Tierreich überall vorhanden, nur nicht beobachtbar, sei zu verlassen: die Annahme, er sei eben (außer in jenen beiden Ausnahmsfällen unter so extremen Begattungsverhältnissen) nicht vorhanden, liege näher.
Durch zahlreiche Bilder aus der Zoologie beweist der Autor das ubiquitäre Bestehen genitaler oder extragenitaler Fixationseinrichtungen bei Männchen und will so aufzeigen, daß es einer sensorischen Reizung des Weibchens nicht bedarf; sobald in der Tierreihe Extremitäten auftreten, sind die Fixationsorgane nur rudimentär oder geschwunden.
Der heutige Stand der Biologi